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Gleichstellung

Diskriminierung an der Hoch­schu­le

Men­schen erfahren Diskriminierung aufgrund ihrer Einteilung in soziale Kategorien, wie z.B. Ge­schlecht, Hautfarbe/Ethnie/Herkunft, Be­hin­derung, soziale Herkunft/Lage oder Sexualität. Diese Kategorisierungen gehen mit Wertungen einher, die Ausdruck ge­sell­schaft­li­cher Herrschafts- und Machtverhältnisse sind. Angehörige diskriminierter Gruppen, wie z.B. Men­schen mit Be­hin­de­run­gen, haben weniger Zugänge zu Ressourcen und somit weniger Chancen auf eine gleichberechtigte Teilhabe an der Ge­sell­schaft. Eine Diskriminierung liegt immer dann vor, wenn es zu einer ungerechtfertigten Ungleichbehandlung kommt – unabhängig davon, ob diese beabsichtigt oder unbewusst erfolgt.[1] Dabei unterscheidet man zwischen mittelbarer und unmittelbarer Diskriminierung; unter letztere fallen etwa sexuelle Belästigung und Mobbing. Rechtliche Verbote ma­chen unmittelbare Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts heute seltener, dennoch passieren sie. Nach wie vor gibt es aber mittelbare Benachteiligungen aufgrund vordergründig neutraler Vorschriften, Ver­fah­ren, Kriterien etc. Dabei ist es unerheblich ist, ob eine Diskriminierungsabsicht besteht oder nicht.

Im Kontext Hoch­schu­le kön­nen Per­so­nen aller Statusgruppen sowohl auf individueller als auch auf struktureller Ebene von Diskriminierung be­trof­fen sein. Aus gleichstellungspolitischer Perspektive zeigt sich dies u.a. in der Personalstruktur von Hoch­schu­len. Nach wie vor sind Frauen deutlich seltener auf der Ebene der Professor*innen und in wichtigen Positionen der Hochschulverwaltung (z.B. Dekanate) vertreten, obwohl sie die Mehrheit der Absolvent*innen stellen und im aka­de­mischen Mittelbau verhältnismäßig stark vertreten sind.[2] Die Ursachen hierfür sind komplex. Als wesentliche Gründe gelten tradierte Rollenstereotype, mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Wis­sen­schaft, aber auch durch z.T. unbewusste geschlechterspezifische Vorurteile geprägte Berufungsverfahren und männliche Netzwerke sowie eine andere Selbsteinschätzung und -darstellung von Frauen.[3] Für Stu­die­ren­de mit Kindern ergeben sich eben­falls Schwie­rig­keit­en bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf/Stu­di­um. Des Weiteren zeigt sich, dass ins­be­son­de­re Stu­die­ren­de aus bildungsferneren Schichten und Familien mit Migrationserfahrung sowie Stu­die­ren­de mit Be­hin­de­run­gen seltener ein Stu­di­um auf­neh­men und auch er­folg­reich abschließen. Dies hängt eben­falls mit strukturellen Barrieren im Bil­dungs­sys­tem und den jeweiligen Diskriminierungserfahrungen dieser Studierendengruppen zu­sam­men.[4] Hochschulmitarbeiter*innen und Stu­die­ren­de kön­nen darüber hinaus auch sexualisierte Gewalt und Diskriminierung durch andere Hochschulangehörige erfahren.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bietet den gesetzlichen Rah­men für das Verbot von Diskriminierung aus Gründen u.a. des Geschlechts oder der sexuellen Identität. Dabei spricht es nicht von Diskriminierung, sondern von Benach­teiligung, da nicht jede unterschiedliche Behandlung mit einer Diskriminierung verbunden sein muss. Allerdings ist das AGG in sei­nem Geltungsbereich für die Hoch­schu­len insofern eingeschränkt, als dass es nur für die an einer Hoch­schu­le Be­schäf­tig­ten An­wen­dung findet. Stu­die­ren­de kön­nen sich somit nur in der Funktion einer SHK, WHF oder WHK auf das AGG berufen. Be­schäf­tig­ten, die sich im Zu­sam­men­hang mit ihrem Beschäftigungsverhältnis diskriminiert fühlen, steht ein Beschwerderecht zu (§ 13 AGG). Arbeitgeber*innen, in dem Fall die Hoch­schu­le, müs­sen die Beschwerde prü­fen und geeignete Maß­nahmen treffen, um zu verhindern, dass sich die festgestellte Benach­teiligung wie­der­holt. An der TU Dort­mund kön­nen Betroffene sich schriftlich oder telefonisch an die Beschwerdestelle nach dem AGG wenden. Die Beschwerde wird vertraulich behandelt.

Stu­die­ren­de, die nicht an der Hoch­schu­le be­schäf­tigt sind, kön­nen sich u.a. an den AStA wenden.

 

[1] vgl. Deutsches Institut für Menschenrechte (Hrsg.) (2016): Menschenrechte. Ma­te­ri­alien für die Bildungsarbeit mit Jugend­lichen und Erwachsenen, Berlin.

[2] vgl. hierzu für NRW: https://www.gender-statistikportal-hochschulen.nrw.de/start, Zugriff: 21.05.2021

[3] vgl. Schafmeister, S. K./Ullrich, J./Büttgen, M. (2014): Gründe für die Unterrepräsentanz von Pro­fesso­rin­nen in Deutsch­land. Welchen Beitrag kön­nen Uni­ver­si­tä­ten zur Veränderung leisten? In: Die Betriebswirtschaft, 74 (6).

[4] vgl. u.a. Hoos, O./Loose, J./Bünner, L. (2019): Zentrale Gelingensbedingungen inklusiver Hoch­schul­bil­dung für Stu­die­ren­de mit Be­hin­derung und chronischer Erkrankung. Forschungsbericht des Teilprojektes „ZeGiHoS-Bay“ der Julius-Maximilians-Uni­ver­si­tät Würzburg, Würzburg.; Ebert, J./Heublein, U. (2014): Studienabbruch bei Stu­die­ren­den mit Migrationshintergrund. Eine vergleichende Un­ter­su­chung der Ursachen und Motive des Studienabbruchs bei Stu­die­ren­den mit und ohne Migrationshintergrund auf Basis der Be­fra­gung der Exmatrikulierten des Sommer­se­mes­ters 2014, DZHW, Hannover.

Autorinnen: Nadine Glade und Katrin List

 

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Direkt auf dem Cam­pus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duis­burg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, au­ßer­dem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

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Die Ein­rich­tun­gen der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund verteilen sich auf den größeren Cam­pus Nord und den kleineren Cam­pus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark. Genauere In­for­ma­ti­onen kön­nen Sie den Lageplänen entnehmen.