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Die Fakultät war mit mehreren Beiträgen auf der 39. Jahrestagung der Inklusionsforschung in Bremen vertreten

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Gruppenfoto von zehn Personen, die erfreut in Richtung Kamera schauen. Im Hintergrund ist eine Powerpoint-Präsentation zum Thema "Berufliche Übergänge und Teilhabe an Arbeit unter Inklusionsverzeichen" zu sehen. © Alexander Röhm​/​TU Dortmund
Christoph Burlaff, Lisa Preissner, Alexander Röhm, Sarah Lamb, Franz Falk, Michelle Grengel, Sarah Schulze, Bastian Pelka, Jan Jochmaring und Jana York (v.l.n.r.) freuen sich über gelungene Beiträge zur IFO-Tagung in Bremen.
Seit fast vier Jahrzehnten findet die Jahrestagung der Inklusionsforschung (IFO) an wechselnden Orten statt. Zur diesjährigen Tagung an der Universität Bremen trug die Fakultät mit unterschiedlichen Beitragsformaten in Form eines SymposiumPlus sowie weiteren Symposien, Diskussionsforen und Einzelvorträgen bei.

Im ersten Beitragsslot befassten sich Claudia Gottwald und Sabrina Skubowius mit dem Thema “Inklusion als umkämpftes Projekt – Rechte Sprachstrategien und die Rolle der Wissenschaft”. Sie zeigten auf, wie rechtspopulistische Akteure – insbesondere die AfD – den Inklusionsbegriff strategisch umdeuten, um Exklusion zu normalisieren und menschenrechtliche Standards zu delegitimieren. Gottwald und Skubowius betonten die Verantwortung der Wissenschaft, solchen Diskursverschiebungen kritisch entgegenzutreten. Im anschließenden Plenum wurden zahlreiche Fragen gestellt und die vorgestellten Ansätze vertiefend diskutiert.

Parallel dazu richteten Michelle Grengel und Alexander Röhm ein Diskussionsforum zur Frage “Stigmasensible Kommunikation in inklusiven Schulkontexten: Diskrepanzen zwischen wissenschaftlichem Anspruch und praktischer Wirklichkeit?” aus. Mit den anwesenden Teilnehmenden wurden angeregt Herausforderungen und Möglichkeiten für strukturelle und kommunikative Veränderungen von Schule und Unterricht diskutiert, die zu einer Reduzierung der Stigmatisierung von insbesondere Schüler*innen mit Behinderung beitragen können.

„Empowerment durch Teilhabe? Reflexionen über Forschung, Partizipation und asymmetrische Machtstrukturen zwischen Anspruch und Realität” lautete der Titel des Symposiums, welches von Claudia Gottwald, Teresa Sprenger und Meike Wieczorek gestaltet wurde. Teresa Sprenger stellte Ihr Forschungsprojekt vor und gewährte Einblicke in Chancen und Herausforderungen in der Kooperationen zwischen privaten und öffentlichen Trägern am Beispiel einer deutsch-kolumbianischen Nicht-Regierungsorganisation (NGO). Meike Wieczorek stellte Projekte von Studierenden in der Hochschullehre vor und legte dabei einen Fokus auf die Notwendigkeit von Flexibilität und Reflexionsfähigkeit bei partizipativen Projekten. Claudia Gottwald bettete beide Vorträge in einen theoretischen Rahmen und leitete das interessante Gespräch zum Thema an.

Das SymposiumPlus „Berufliche Übergänge und Teilhabe an Arbeit unter Inklusionsvorzeichen“ von Jan Jochmaring und Jana York bot innerhalb von vier miteinander verknüpften Symposien eine breite Diskussionsplattform zum Thema Teilhabe an Arbeit für Aktivist*innen und Forschende. In 12 Einzelbeiträgen wurden Forschungs-, Qualifizierungs- und Praxisprojekte entlang der Themenschwerpunkte berufliche Orientierung, berufliche Übergänge und berufliche Teilhabe präsentiert und kritisch diskutiert.

Innerhalb des SymposiumPlus wurden vier Beiträge von Forscher*innen der Fakultät präsentiert: 

  1. Sarah Lamb, Sarah Schulze, Bastian Pelka, Jan Jochmaring und Jana York gaben unter dem Titel “Netzwerkstrukturen der Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber (EAA) im Ökosystem der beruflichen Rehabilitation und Teilhabe” Einblicke in das Forschungsprojekt EvaEfA und berichteten über Vernetzungsaktivitäten der EAA im Ökosystem der beruflichen Rehabilitation und Teilhabe.
  2. Lisa Preissner, Ann Christin Schulz und Bastian Pelka stellten den aktuellen Entwicklungsstand des Projektes “Arbeiten, wie ich es will!” vor. Im Projekt wird ein KI-gestütztes Angebot zur beruflichen Orientierung von Menschen mit Behinderungen entwickelt. Im Beitrag wurden die Begleitmaterialien vorgestellt, die die Nutzung des digitalen Tools fördern sollen.
  3. Christoph Burzlaff und Barbarella Petz widmeten sich in ihrem Beitrag den Stellschrauben im beruflichen Teilhabemanagement unter Bezugnahme auf inklusive Recruitingstrukturen und KI-basierte Onboardingprozesse für Menschen mit Beeinträchtigungen auf dem Arbeitsmarkt. Sie stellten hierbei Ergebnisse aus dem Projekt „Inklusive Berufswelten implementieren und stärken (IBis)“ vor, welches die Potenziale und Herausforderungen bei der Rekrutierung von Menschen mit Beeinträchtigungen fokussierte, ehedem sie mit einem Ausblick auf das Projekt „Künstliche Intelligenz für inklusives Onboarding in mixed-ability Teams in der Verwaltung (KI-InnOMATiV)“ den Fokus auf Einarbeitungsprozesse erweiterten.
  4. Alexander Röhm präsentierte in seinem Vortrag aus dem Kooperationsprojekt mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Berufsbildungswerke (BAG BBW) e.V. Erkenntnisse aus einer längsschnittlichen Vollerhebung der Berufsbildungwerke zur Frage “Wie schätzen Teilnehmende in Berufsbildungswerken ihre Entwicklung anhand ICF-basierter Indikatoren ein?”. Er zeigte auf, welche personalen Faktoren insbesondere die Kompetenzentwicklung im Verlauf der beruflichen Rehabilitationsmaßnahmen beeinflussen.

Insgesamt blicken die Teilnehmenden unserer Fakultät auf drei hoch interessante Tage in Bremen mit intensivem Austausch rund um Fragen inklusionsorientierter Forschung, Lehre und Praxis zurück.